Vortrag zum Thema: Thüringer Burgen im Krieg – 23. Januar, ab 18 Uhr Gera – Bibliothek am Puschkinplatz

Egal, ob mit gewaltigen Steinschleudern oder Riesengeschützen – vom 13. bis 15. Jahrhundert ging es dem kleinen und mittleren Adel an den Kragen. aber auch eine kleine Stadt, die ihrer großen Nachbarin ein Dorn im Auge war, konnte schon zur Zielscheibe von Bliden und Büchsen werden. 1342 wurde Arnstadt zur Zielscheibe Erfurter Bliden, 1345 Dornburg (stark zerstört) und 1346 Bad Langensalza (durch einen Feuerpfeil des Thüringer Landgrafen höchstpersönlich zerstört, 878 Menschen starben im Flammenmeer). Die militärischen Erfolge waren nebensähclich. Hauptsache, der Gegner konnte ökonomisch geschädigt werden. Perfide taktische Operationen oder gar Terror waren weit verbreitet und versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Aber auch dem räuberischen Kleinadel wurde der Garaus gemacht: 1451 belagern im Rahmen des „Sächsischen Bruderkrieges“ vereinigte Kontingente der Städte und des Landgrafen zahlreiche Burgen, so auch die Wachsenburg. Dort kamen riesige Geschütze mit einem Kaliber bis 470 mm zum Einsatz, die Steinkugeln von 140 kg Gewicht verschossen.

Im Vortrag geht es um all diese Dinge, die leider heute noch immer nicht aus der Weltgeschichte und Gegenwart verschwunden snd. Der ökonomische Hintergrund dieser „militärischen“ Operationen wird selbst in der Herstellung von sogenannten“ Blidensteinen“, der „Munition“ der großen Steinschleudern sichtbar. Die seltenen archäologischen Relikte können noch bis Mai 2019 auf der Wasserburg Kapellendorf im Rahmen einer Sonderausstellung zum Thema „Die Burg des Mittelalters im Krieg“ besichtigt werden.