Juni 8 2026

Was ist eine Blide? – Begriffserklärung

Blide

Die Blide, die „Bleierne“, zählt zu den mechanischen Großfernwaffen und stellt die bedeutendste militärtechnische Entwicklung des Mittelalters dar. Konstruktiv aus Ziehkraft-Schleudern (Mangen, Petrarien) über Hybridtypen (Trabucium, Tribock) entstanden, kam sie ab ca. 1240 in Deutschland zum Einsatz. Mit hoher Wahrscheinlichkeit geht sie entwicklungsgeschichtlich auf den römischen Onager zurück (ebenfalls eine Ziehkraft-Schleuder, keinesfalls ein „Löffelkatapult“), der seine konstruktive Weiterentwicklung in den byzantinischen Ziehkraft-Schleudern und den italienischen Trabuchi (Gegengewichte aus Blei) fand. Das Wort Blide leitet sich vom mhd. blî=Blei her und bedeutet übertragen die „Bleierne“. Offensichtlich waren die bezeugten Bleigwichte der Trabuchi, die dann für die schwereren Bliden übernommen wurden, so imposant, dass sie namensgebend wurden. Aufgrund der Fähigkeit der Blide, als Fernwaffe Tag und Nacht auf 250 bis 400 Meter Entfernung (Gebrauchswurfweite) treffsicher und mit großer Zerstörungskraft gegnerische Befestigungen zu bekämpfen, kann man auf hohe militärische Effizienz schließen. Gegenüber den Gebrauchswurfweiten der unterschiedlich schweren Ziehkraft-Schleudern von ca. 150 Metern war das – neben der Erhöhung der Steingewichte der Blidensteine und deren ballistische Formgebung – eine enorme Steigerung. Die militärischen Vorteile dieser zielgenauen Großfernwaffe gegenüber Sturmangriffen personeller Kräfte mit Sturmleitern, aufwendigen Unterminierungen, Angriffen mit Rammböcken und / oder Belagerungen im Sinne von „vor der Burg lagernd“ sind beträchtlich, sieht man vom Zeitfaktor ab. Taktische Einsatzarten wie „Zerstörungswerfen“, „Artillerieunterstützung“ und / oder „Artillerievorbereitung“ bei Schonung der eigenen personellen Kräfte sind klar erkennbar.

Runneburg-Blide, einst die größte Steinschleuder-Maschine (Nachbau) der Welt! Mit 40 Tonnen Kampfgewicht konnte sie 90 Kg schwere Blidensteine über eine Distanz von 600 Metern werfen. 2009 verkauft nach Burg Scharfenstein, dort nicht wieder aufgerichtet, mittlerweile komplett verrottet. Totalverlust. Foto: Runneburgverein Weißensee / Thüringen.

Aufgrund ihrer Größe und der erheblichen Kosten (Herstellung, Wartung, Unterhaltung, Transport und Bedienung) kamen sie hauptsächlich bei Belagerungen von steinernen Befestigungen, oft auch im Zusammenwirken mit anderen Waffenarten wie Widder, Katzen (treibendes Werk), Ebenhöhen und ab um 1380 in Kombinaion mit Steinbüchsen, zum Einsatz. Ob Bliden oder andere Schleuderwaffen von Hafenbefestigungen oder Brückenköpfen aus gegen Schiffe eingesetzt wurden, bleibt noch zu untersuchen. Der Transport erfolgte zerlegt auf Wagen oder auf Schiffen. Die Aufrichtung der Blide erfolgte innerhalb von 3-7 Tagen, je nach Größe der Waffe und Beschaffenheit der Stellung (teils wurden Bergrücken für Stellungen eingeebnet, wie z. B. Fürstenberg). Die Blide funktionierte wie folgt: Die Blidner spannten mit Hilfe der Spannräder die Blide. Dabei wurde der Wurfarm (Blidenschwengel, Rute) über eine hölzerne Welle, an der zwei Räder mit runden Griffstücken befestigt waren, heruntergezogen. Um die Gefahr des „Zurückschnalzens“ des Wurfarmes bei einem Riss des Spannseils o. Unachtsamkeit der Blidenmannschaft zu verhindern, wurden die Spannräder an Knarren angebracht. Der Wurfarm wurde im gespannten Zustand über Seil und Haken am Schwellbalken des Traggestells verankert. Der Blidenstein lag im ledernen Schleudersack. Das Schleuderseil wurde in die unter dem Traggestell befindliche horizontale Gleitbahn eingelegt. Die Seile lagen parallel. Ein Ende der Seilschlaufe war mit dem Wurfarm fest an einem eisernen Ring verbunden. Das andere Seilende mit verstärkter Öse war an der Wurfarmspitze, d. h. lose über den gekrümmten Haken (Blidennagel), eingehakt. War die Blide „gespannt“, wurde ein Sicherungsseil über den Wurfarm gelegt und am Abzugsmechanismus befestigt. Dann wurde das Spannseil mittels der Spannräder „abgewickelt“. Der Wurfarm wurde zu diesem Zeitpunkt nur noch vom Sicherungsseil in seiner Position gehalten. Erst jetzt steckte er aus Sicherheitsgründen das lose Ende der Wurfschlinge über den geschmiedeten Haken. Die Blide war abwurfbereit.

Nach dem Kommando „Und los!“ wurde das Seil des Abzugsmechanismus gezogen, das entsicherte Sicherungsseil schnellte über den Wurfarm und gab diesen frei. Der schwere Gegengewichtskasten zog den kurzen Hebel nach unten, der längere Hebel bewegte sich in die Höhe und bei einer leichten vorwärts gerichteten Neigung gab der Haken die Wurfschlinge frei. Der Blidenstein flog in flachem Bogen ins Zielgebiet.

Das Blidenhaus als Urtyp des Zeughauses diente mit hoher Wahrscheinlichkeit schon ab der Mitte des 13. Jahrhunderts den Städten, die über Bliden verfügten, als sicherer Lager- u. Wartungsort für Militärtechnik und Waffen unterschiedlichster Art. Vom Bautyp muss man von einem rechteckigen, langgestreckten massiven Steinbau ausgehen, wie er in Konstanz noch erhalten ist. Ähnlich dürfte es auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes gewesen sein. Blidenhäuser und Blidenhöfe wurden zum Schutz des städtischen Antwerks in allen großen Städten, die mit Landfriedensaufgaben betraut waren oder ihre politischen uund ökonomischen Interessen durchsetzen wollten, errichtet. Darüber hinaus mussten sie aufgrund der hohen Kosten der Herstellung, Unterhaltung und Nutzung der Bliden über eine gewisse ökonomische Stärke verfügen. Das waren in der Regel die Reichsstädte (z. B. Frankfurt, Mühlhausen), Städte großer geistlicher Landesherren (Köln, Mainz, Trier, Erfurt, Worms, Speyer u.a.) oder Hansestädte (Bremen, Hamburg, Stralsund, Wismar, Lübeck, Rostock u. a.). Vereinzelt wurden Bliden auch auf Burgen (z. B. Mühlburg, Landskron, Schloss Tonndorf) stationiert, wobei die Lagerung in Scheunen oder ebenfalls in Blidenhäusern (Landskron) zu vermuten ist. Blidenstraßen sowie die Nennung von Blidenmeistern können auf Blidenhäuser hinweisen.

Blidenhäuser wurden vermutlich von Blidenmeistern oder berufenen Männern verwaltet und kontrolliert (später Zeugmeister). Die Blidenhäuser befanden sich in städtischen Burganlagen (Konstanz) oder hinter sicheren Abschnitten der Stadtbefestigung (Frankfurt, Hansestädte, Mühlhausen, Erfurt). Mit der Ausmusterung der Bliden im 15. Jahrhundert verloren die Blidenhäuser ihre funktionale Bestimmung. Viele von ihnen wurden umgenutzt (Geschützgießereien), als Zeughäuser weiter genutzt (Konstanz, Frankfurt) oder abgerissen (Erfurt, Görlitz). Heute existiert vermutlich nur noch in Konstanz der Kern eines Blidenhauses. Depots von Bliden- und/oder Büchsensteinen können bei archäologischen Grabungen in Städten (Mainz, Dresden, Berlin) zutage treten. Blidenmeister und Blidenmacher waren hochbezahlte Spezialisten (ingenarii, Antwerkmeister, Werkmeister). Sie lassen sich sowohl als Freiberufler als auch als städtische oder landesherrliche Angestellte nachweisen. Die Bedienungsmannschafter wurden Blidner genannt.

Das Haupteinsatzgebiet von Bliden in Deutschland lag in der Bekämpfung von Burgen des Adels (vom Kleinadel bis zum Hochadel) während der Durchsetzung der sogenannten Landfrieden. Allerdings wurden sie auch gegen Städte eingesetzt. Außerhalb Europas waren Bliden hauptsächlich im Nahen und Mittleren Osten weit verbreitet und im Einsatz. Designunterschiede bei gleichem Funktionsprinzip zwischen europäischen, arabischen und mongolischen Steinschleuder-Maschinen sind nicht zu verkennen und haben ihren konstruktiven Unterschied im Vorkommen bzw. Fehlen bestimmter Holzarten. In China waren Ziehkraft-Schleudern unterschiedlicher Bauart und Größe noch bis ins 16. Jahrhundert in Gebrauch. Bliden sind für China bisher nicht belegt.

Als Munition dienten den Bliden hauptsächlich Blidensteine, aber auch chemische (Brandmittel, Brandbeschleuniger) und biologische Kampfmittel (tote Tiere, Pestleichen, Kotfässer). Als „Kotwerk“ (Wurfmaschinen für das Schleudern von Kotfässern) wurden noch in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Triböcke eingesetzt.

Hauptmerkmal eines Blidensteins ist sein Gewicht. Die Gewichte schwanken zwischen 15 bis zirka 300 Kilogramm und lassen sich fünf Hauptgewichtsklassen zuordnen. Kleinere Exemplare von 3-15 Kilogramm könnten auch Mangensteine sein. Hergestellt wurden die Blidensteine meist in der Nähe des belagerten Ortes durch Steinmetzen (Sandstein gegen Felsenburg Rathen, ) oder wurden zum Kampfplatz herangeführt (Basalt gegen Burg Eltz, Burg Lahneck …..).

Typologisch unterscheiden sich drei Hauptmerkmale in Erstens: Typ A (Arsenalsteine), Typ B (Belagerungssteine) und Typ C (chemische Trägersteine). Zweitens: die Gewichtsunterteilung in fünf Gewichtsklassen I (ca. 7-25 kg), II (ca. 25-50 kg), III (ca. 50-80 kg), IV (ca. 80-120 kg) und V (über 120 kg) sowie Drittens: die Herstellung F (Fluss- oder Feldsteine) und G (gehauen, gespitzt).

Die Typologie dient einer einfachen Klassifizierung der Waffe, die die Grundlage für die Klassifizierung der Bliden in fünf Klassen (leichte, mittelschwere, halbschwere, schwere und überschwere Bliden) ermöglicht. Der schwerste Blidenstein von zirka 300 Kilogramm datiert in das Jahr 1422 und stammt von der Belagerung von Wasserburg am Inn.

Bliden konnten – bei Beachtung unterschiedlicher Größen – mehrere Gefechtsaufgaben erfüllen: Die schwereren Steinschleuder-Maschinen wurden eingesetzt, um ausgewählte Abschnitte von Burg- und Stadtmauern, Tore und Türme im direkten Werfen mit Blidensteinen unterschiedlichen Gewichts zielgerichtet zu zerstören bzw. sie zum Einsturz zu bringen. Zweischaliges ma. Mauerwerk v. ca. 1,20 m war einem konzentrierten Angriff v. halbschweren Bliden nicht gewachsen u. gab aufgrund seiner Bauweise nach einer gewissen Zeit dem kontinuierlichen Bewurf nach. Die damit verbundene „Breschelegung“ diente dem leichteren Eindringen der eigenen Fußkämpfer in die feindliche Burg oder Stadt. Neben ihrer Treffgenauigkeit und Zerstörungskraft konnte sie zudem eine hohe „Feuer- u. Bekämpfungsdichte“ erreichen. Um die Bliden selbst vor möglichen Angriffen (Ausfällen, Entsatz) und Beschuss mit Fernwaffen (Ballisten, Wallarmbrüsten, Handfeuerwaffen) zu schützen, wurden Blidenstellungen mitunter befestigt (vereinzelt sogar komplette steinerne Belagerungsburgen) oder befanden sich mittig geschützt im Heerlager (Eisenach). Man kann aufgrund der Zerstörungskraft der Bliden von zahlreichen Kapitulationen der Belagerer ausgehen (z. B. Eltz, Ilmenau).

Unterschiedliche Abwehrmaßnahmen folgten zeitnah den ersten belegbaren Einsätzen. Als militärgeschichtlich herausragendes Ereignis dürfte die Belagerung der thüringischen Runneburg in Weißensee mittels des schweren Tribocks 1212 angesehen werden, dessen Zerstörungskraft bei dem anwesenden Adel einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben dürfte. Architekturgeschichtlich lassen sich im Burgenbau aber auch bei Stadtbefestigungen dafür dickere Ringmauern, Schildmauern (ab 1,90 m Mauerdicke) und spitzeckige bzw. fünfeckige (Burg Lahneck) oder dreieckige (Grenzau) Türme fassen (z. B. Burg Lahneck mit fünfeckigem Turm und davorgelagerter Schildmauer), deren „Spitze“ gegen die Hauptangriffsseite ausgerichtet sind. Mauerdicken ab ca. 1,90 m waren selbst von überschweren Bliden schwer oder nicht zu brechen. Dementsprechend setzte man taktisch bestimmt chemische o. biologische Kampfmittel ein. Noch im 16. Jahrhundert weisen Beschreibungen auf den Einsatz v. Bliden u. Triböcken (Kotwerk) als Wurfzeuge für Tierkadaver, Fäkalienfässer u. Brandbomben hin.

Auch als makabres Hinrichtungswerkzeug, ähnlich den Kanonenhinrichtungen der Briten in Indien (1857 bis 1859), wurden Bliden gebraucht.

Kleinere Bliden wurden höchstwahrscheinlich zur Bekämpfung leichterer Ziele verwendet (z. B. Hurden, Zinnen, Wikhäuser, Schießhäuser, Wehrgänge, Wehrerker, Ausschaltung feindlicher Fernwaffen) und dienten – ebenso wie größere Bliden – der sog. „Artillerievorbereitung“, der Vorbereitung der Sturmangriffe, aber auch jeglichem Zerstörungswerfen.

Selbst der Einsatz gegen bewegliche Ziele im Burginneren war mit „Streubomben“ möglich. Jedoch konnte man mit Bliden nicht gezielt auf bewegliche Ziele werfen. Waren die großen Steinschleuder-Maschinen eingerichtet, gab es keinerlei oder nur geringe Seitenkorrekturen mehr. Erst mit dem Aufkommen der großen Büchsen um 1380 gerieten die Bliden als Fernwaffen in den folgenden 100 Jahren nach und nach außer Gebrauch. Spätestens mit der erfolgreichen Belagerung der hessischen Burg Tannenberg 1399 ist ein Wendepunkt zugunsten der neuen, noch zerstörerischen und damit militärisch effizienteren großen Steinbüchsen erkennbar. Typologisch folgt der Büchsenstein dem Blidenstein, um dann als eiserne Kanonenkugel und heutigen tags als stählernes Spezialgeschoss – teils als atomares Trägermittel – bei den Artilleriesystemen vereinzelter Länder in Gebrauch zu sein.

Die zahlreichen Nachweise von erfolgreichen Blideneinsätzen belegen den hohen militärischen Nutzen. Dennoch muss die Effizienz oder besser die Effektivität immer im Zusammenhang mit der jeweiligen fortifikatorischen Entwicklung und der Art der belagerten Befestigung sowie den Abwehrmaßnahmen gesehen werden. Im Zuge militärischer Operationen, bei denen es allein um eine ökonomische Schädigung des Feindes ging, waren Blideneinsätze selten, weil sie sich als teuer erweisen konnten. Das Abbrennen von Dörfern, das Wegtreiben von Vieh, kurzum die vegetianische Kriegsführung, war kriegsökonomischer als ein Blideneinsatz gegen eine Burg. Bestand allerdings das militärische Ziel in der Niederringung eines Rivalen mittels Belagerung der feindlichen Burg (Balduin von Trier gegen die Herren von Eltz) konnten Bliden den entscheidenden militärischen Erfolg bringen. Bliden garantierten darüberhinaus aber nicht immer eine erfolgreiche Belagerung, auch nicht im Verbund mit anderen Belagerungsmaschinen oder -techniken (z. B. vergebliche Belagerungen der Burgen Kaub und Rheinfels). Entweder sie scheiterten an massiven Bauwerken, Befestigungselementen oder an taktischen Fehlern der Belagerer. Trotz des „teuflischen Werkzeugs“ gelang es Kaiser Otto IV. nicht, die Runneburg im Jahre 1212 zu erobern oder grundlegend zu zerstören. Und auch die Hussiten konnten Burg Karlstein mit den enormen Mauerdicken 1422 nicht brechen.

Der Autor des Beitrag ist Dr. Michael Kirchschlager, Burgvogt der Marksburg und Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung e. V.


Juni 4 2026

Blidenmeister – Ingenieure, Zimmermeister und Architekten

Miniatur aus Walter de Milimetes Werk De Nobilitatibus, Sapientiis, et Prudentiiis Regum („Über Ruhm, Weisheit und Bildung der Könige; 14. Jahrhundert. Handelt es ich bei dem Blidenmeister um den König selbst?

Antwerkmeister

Im Zuge der Auseinandersetzungen des deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossas (1152-1190) mit den italienischen Städten kam im November/ Dezember 1159/Januar 1160 gegen die italienische Stadt Crema (40 Km südöstlich von Mailand gelegen), ein mächtiger Belagerungsturm zum Einsatz, der von 500 Mann an die Stadtmauer geschoben wurde.1

In diesem Zusammenhang nahm der Kaiser voll Freude den aus Crema zu ihm übergelaufenen, berühmten Techniker Magister Marchese auf und ehrte ihn durch das Geschenk eines wertvollen Schlachtrosses. Marchese läßt sodann eine Angriffsmaschine bauen, von der aus eine Brücke nach vorne geschoben werden konnte. Friedrich ließ das neue Gerät nach Beseitigung eines wenig erfolgreichen Rammbockes zum Einsatz bringen. Einem anderen Chronisten zufolge stammt der Belagerungstechniker, der den Kaiser mit der Konstruktion von Belagerungsmaschinen unterstützte, aus dem Heiligen Land. Letztere Behauptung läßt die Frage aufkommen, warum dieser dem Kaiser dann keine Steinschleudern baute?

Technische Erfindungen und Neuerungen – zumal, wenn sie dem Kriege dienen – verbreiten sich rasant. Bereits 1163 nutzte Heinrich der Löwe jene Neuerungen im Kriegswesen für sich, die er noch als Parteigänger Friedrichs I. vor Crema kennengelernt hatte. Der Chronist und Zeitgenosse Helmold von Bosau berichtet in seiner Chronica Slavorum im Zusammenhang mit der Belagerung der Burg Werle (nordwestlich der Stadt Güstrow) folgendes: Sobald ließ er (Heinrich der Löwe-d. Verf.) aus dem dichten Walde Holz herbeibringen und Kriegsmaschinen herrichten in der Bauweise, wie er sie vor Crema und Mailand gesehen hatte. Er stellte sehr wirksame Maschinen her: eine aus starken Balken sollte Bresche in die Mauer legen (ein Rammbock-d. Verf.), die andere, höher aufragend nach Art eines Turmes, überhöhte die Burg, um Pfeile hineinzuschießen und die Leute zu vertreiben, die auf den Brustwehren standen. Wirklich wagte von dem Tage der Errichtung dieses Bauwerks an kein Slawe mehr, den Kopf zu heben oder an den Brustwehren zu erscheinen.“ Der Rammbock brachte die Mauern gewaltig ins zittern, aber nicht zum Einsturz. Die Belagerung endete mit einem „Vergleich“.2

Erscheint hier Heinrich der Löwe als der Auftraggeber zum Bau der Belagerungsmaschinen, eines Rammbocks und einer Ebenhöhe.

Der auf das Aufrichten von Steinschleuder-Maschinen und deren Bedienung im Ernstfall spezialisierte Blidenmeister ging aus dem „Antwerker“ hervor.

Abgeleitet von antwerc verwendet Ottokar in seiner Österreichischen Reimchronik in der Beschreibung einer Belagerung von Venedig (um 1280), bei der er Augenzeuge des Geschenes war, die Bezeichnung antwercmeister (im PluraI) und setzt sie in Beziehung zu blîden und anderem werc (Kriegswerk, Kriegsgerät allgemein): daz man balde sant / hinz Venedi nâch blîden / sô müest diu stat lîden / kummer unde ach. / dô diu botschaft geschach, / der herzog zehant / von Venedi sant / grôzer blîden viere. / die wurden vil schiere / gerihtet ûf terret, / die man darzuo bereitet het. / die antwercmeister hôr ich jehen (schreien) / unde hânz ouch selben gesehen, / diu werc, diu dâ gerihtet sîn / ûf kocken oder ûf galîn, / diu werfent krefticlicher vil / ze verrem unde wîtem zil, / denn diu ûf der erden stânt, / wande sie den swunc hânt. Und für die antwerc starc / erfunden sie manigen list, d. h. sie bekämpften es.3

Ottokar erinnerte sich an das laute Geschrei der antwercmeister, die er jehen hörte.4 Das laute Geschrei wurde hauptsächlich durch Streß verursacht, der in der allgegenwärtigen Gefährlichkeit und extremen psychischen und physischen Anspannungen und Anstrengungen der Sache lag. Zudem bestand permanent Verletzungesgefahr, die tödlich enden konnte.5 Quetschungen, Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen, Brüche etc. gehörten zweifellos zum Alltag der Blidenmannschaften.6 Schnell konnte ein langer, schwerer und fallender Balken schwerste bis tödliche Verletzungen hervorrufen oder ein von einer Ebenhöhe fallender Antwerker den Tod finden: Während der Belagerung der Stadt Tournay im Jahre 1340 zerbrach eine der Wurfmaschinen und tötete den „Stückmeister“, dessen Kopf nicht wiedergefunden wurde.7

Aufgrund der Fähigkeiten dieser außerordentlichen Fachleute verwundert es auch nicht, wenn die Antwerker und Blidenmeister ins Visier gegnerischer Fernwaffen gerieten. Eine Blidenmannschaft stand ohne Blidenmeister vor schier unlösbaren Aufgaben.

Zuständig für die Lagerung und den Einsatz speziell der Bliden aber auch des anderen antwercs, wie wir gesehen haben, waren sogenannte Blidenmeister oder Werkmeister, die nicht nur als antwercmeister oder im Sinne von „Geschützführern“ während eines Einsatzes fungierten, sondern auch die Maschinen selbst bauten, warteten und vielleicht sogar technisch verbesserten und daher mit anderen Meistern im Wettstreit lagen.8

Die Bezeichnung des Antwerkmeisters schwand in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts aus dem Sprachgebrauch. Zwar verwendet ihn noch Ottokar in seiner deutschsprachigen Reimchronik, gleiches gilt für den driboc, aber sprachlich wird dieser mittelhochdeutsche Terminus vom Blidenmeister abgelöst. Gleiches läßt sich auch für den Terminus Blide feststellen, der im 14. Jahrhunderts in Deutschland für die hier besprochene Art von Steinschleuder-Maschine (egal ob mit festem oder beweglichem Gegengewicht, norddeutsch Pleide) gebräuchlich wird.

Als Kaiser Otto IV. die „balliste“, wohl das teuflische Werkzeug von 1218, in seinem Testament den Kreuzfahrern nach Livland vermachte, ist es ein Herzog von Sachsen, der als Maschinenmeister genannt wird.

Bereits für 1288 ist in Frankfurt ein domus machinarum bezeugt. 1367 bezahlte sie den Blidenmeister Dylman von Fulde für seine Dienste in der Fehde mit Philipp dem Ältesten von Falkenstein, was dieser quittierte.9

Der erste urkundlich bezeugte Blidenmeister ist ein „bruder Henrich de blidenmeister“ des Herzogs Heinrich von Braunschweig-Lüneburg, genannt der Wunderliche (1267-1322), der als Zeuge einer Urkunde vom 29. Juni 1300 für das Kloster Neuwerk in Goslar nach zwei Rittern auftritt.10 Ebenfalls in einer Zeugenreihung ein Rechtsgeschäft der Äbtissin Elisabetha von der Fraumünsterabtei Zürich vom 13. Februar 1309 betreffend, befindet sich ein „meister Heinrich, der blidenmeister.“11

Im Jahr 1327 meldete die Stadt Zürich, dass einer ihrer Bürger, Hug Constancie, überfallen, gebunden und gefangen nach Neuchätel geführt worden sei. Man hatte ihm „sinen gürtel, sinen mantel, sin messer und sin swert und dazu sine pferit (Pferd) genommen. Das „tet Bürkli, blidenmeister und des vogtes tochtermann von Nidowe, Mörli sin knecht, Uli von Erlach sin knecht, Sakrovb des sun von Nidowe„. Der genannte Überfall muß unweit von Erlach ausgeführt worden sein. Ursache und Umstände sind unklar.12

Meister Burkhard, der Blidenmeister von Bern, konnte allerdings seine Nichtbeteiligung an dem Überfall nachweisen. Bereits 1331 bei der Belagerung der Burg Grummenen konnte er seine Kunst mit seinen Werken und Bliden unter Beweis stellen. Er stand an der Spitze der technischen Vorbereitung und Durchführung des Grynauer Krieges (1336-1337). Als „Meister Burkhart der blidenmeister burger ze Berne“ nennt er sich in einer Quittung vom 1. April 1338, die er dem Bürgermeister und Rat von Zürich für sein Soldguthaben ausstellte. Am 2. und 3. August 1338 erhielten er und seine Knechte Zahlungen. Er besiegelt die Rechnung. Auf dem Siegel nennt er sich der „Meister von Nidau“.13

Einer Urfehde gleicht der Text einer Urkunde von 1342. Der Blidenmeister Heinrich von Kirchhain gelobt am 7. Oktober 1342, den Erzbischof Balduin von Trier (1285-1354) zu meiden und nichts wider ihn zu tun. „Dhauner Fehde“ wahrscheinlich Ungereimtheiten. Der Text der Urkunde ist von größtem Interesse und soll deshalb vollständig widergegeben werden: „1. Ich Henrich von Kircheim der blydenmeister dun kunt allen luden, wan der hochgeborne fuorste min herre erczebischof Baldewin von Trire mir erloybet hat und gan von sinen gnaden, daz ich moge ryden, gan und stan, wanen, varen und wandern in sime lande und steden uber al, da ich zu tune hette, so han ich globet und mich verbuonden, daz ich nummer sal komen an die herberge, da min vorgenante herre von Trire ist, noch bie sinen liip noch an sin gesichte. 2. In welicher gaszen oder straze oder anderswa, da ich sin gewar werde oder anders verneme, da er were, da sal ich zu hant umbe keren und sinen weg vermieden, also daz ich ieme nicht begeynen sal noch bie en nicht komen, iz enwere danne mit sinem wiszentlichen urloube. 3. Ich en sal ouch nummer gedun, sprechen noch schaffen, daz dem selben minem herren von Trire oder den sinen bose, hynderlich, missewendig oder schedelich mochte sin, mit worten oder mit werken in keynerhande wiis, sunder ich sal mich von minem vorgenanten herren beloben alles gudes, war ich landes varen, und sal sin beste werben. 4. Alle dise vorgeschribenen stucke han ich globet in guden truwen und dar zu zu den heiligen gesworn, stede und veste zu haldene ane allerhande argelist. Und wa ich da wider tede, so han ich gewillekort und willen an disem brive, daz man griffen moge an minen lip und an min gut ane alle widersprache und hindernisse und moge da mite dun zu alle mines vorgenanten herren von Trire willen. 5. Zu urkonde und stedicheit aller diser vorgeschribener stuocke, wan ich selber nicht ingesigels en han, so han ich gebeden den erbern man den …official des hoves zu Trire, daz er sin ingesigel an disen brif welle henken.

Und wir der …official des hoves zu Trire vorgenant erkennen, daz dise ding vor uns sin geschen und daz wir durch bedde willen des vorgenanten Henrichs von Kircheim des hoves von Trire ingesigel an disen brif han dun henken zu eyme gezugnisse aller diser vorgeschribener stuocke.

Dirre brif ist gegeben nach Cristus geburthe dritzenhundert iar und dar nach in dem zwey und viertzegstem iare uff den mandag aller nehest nach sencte Remigies tage“.14

1368 wird im Rahmen eines Kaufvertrages Güter zu Aichelschwang betreffend Peter der Blidenmeister für Kempten genannt.16 Die Ratsherren der Stadt Lüneburg verleihen am 8. September 1373 ihrem truwen denere Mester Lamberte blidenmestere und seiner Frau auf Lebenszeit ein Haus und Hof, auf der neuen Sülze, befreien sie und ihre Besitzungen von Schoß und Stadtpflicht, übernehmen die Reparaturen der Wohnung und versprechen ihm jährlich 8 lötige Mark, 7 Ellen gefärbten und 7 Ellen grauen Tuches und Lohn im Dienste.17

In Hildesheim wird 1381-1386 ein Hans Blidenmeister genannt.18 Pfalzgraf Ruprecht I. von der Pfalz (1309-1390) erlaubte am 17. April 1385 seinem Blidenmeister Marqvart von Amberg in einem Haus des Pfalzgrafen zu Amberg mit seiner Frau zeitlebens zu wohnen.19

1388 wird für Braunschweig Meister Werner erwähnt, der die Bliden einholte und dafür 2,5 Schillinge erhielt. Bereits für 1354 kommen in den Cämmerey=Rechnungen sehr oft pro balastris reparandis vor. 1398 wird in Braunschweig Mester Tyle auf drei Jahre angenommen, der jährlich sieben Ellen ekescher Laken (Laken aus der Handelsstadt Achen) und dazu eine Mark Pfennige. Er mußte zudem einen Eid schwören, der wie folgt lautete: Dat gy dem Rade der Stad un den meyne borghen willen wesen schal, de em kledinge un pennige gyfft, un icht gy (ob euch) jenneghe samminghe edder upsate vorqueme de wedder den Radt edder de Stadt sy, dat gy dat dem Rade melden willen, un alle dinge dem Rade myt ruwen to gude holden, dat gyk god helpe etc.20

Nach Mester Tyle folgte Meister Werner, der wegen seiner Geschicklichkeit 1428 an die Hansestädte vom Rat verliehen wurde. Im Jahre 1400 wurden in Braunschweig sogenannte Musemester eingesetzt, die die gesamte Oberaufsicht über alle Waffen der Stadt hatten. Zwei Mitglieder des Rates, Hans Pawel aus dem Patriziergeschlecht der Pawele und der ebenfalls patrizische Eylard von der Heyde. Auch sie mußten dem Rad u.a. schwören, des rades bliden, donnerbussen, armborste, pile, büssen usw in bester Ordnung zu halten.21 Die Musemeister und die Blidenmeister als Werkmeister kann man als Vorgänger der Zeugherren und Zeugmeister ansprechen.

Geben uns die meisten Namensnennungen keinen Hinweis auf den Beruf des Blidenmeisters, der als Teil eines städtischen Kontingentes verstanden werden muss, so kann man hauptsächlich von Zimmerleuten ausgehen. Für das Aufstellen der Kölner Blide 1366 werden Zimmerleute und Säger genannt.

Am 17. Dezember 1417 bat der Ordensmeister von Livland den Hochmeister, ihm wieder den Blidenmeister Hans aus Preußen zuzusenden, damit derselbe den großen Mühlenbau bei Riga vollenden möge. Gleiches wiederholt der Ordensmeister am 23. Januar 1418.22

Deutlicher als Ingenieur und weniger als „Handwerker“ schält sich da der Blidenmeister Hans von Ratibor als Festungsbauer und Statiker heraus.

Kaiser Sigmund bat am 3. Februar 1429 den Hochmeister des Deutschordens Paul von Russdorff, ihm möglichst bald für eine kurze Zeit den „Blidenmeister“ Hans von Ratibor zur Anlage von Festungswerken und zum Brückenbau zu schicken.23

Am Anfang des 15. Jahrhunderts läßt sich anhand der unterschiedlichen Quellen eine Spezifikation vom „Handwerker“ über den Ingenieur zum reinen Militär ausmachen, was auch im Zusammenhang mit den neuen, technisch (vorallem chemisch und physikalisch) anspruchsvolleren und deutlich umfangreicher einsetzbaren Feuerwaffen verbunden ist.

Goedekin Volger wurde im Rahmen seiner Erklärung von 1418 zur Anstellung als Büchsenmeister für Köln nicht explizit als Blidenmeister benannt, wohl aber verstand er es, die unterschiedliche Wirkungsart der Büchsen und Bliden deutlich zu unterscheiden: Er kann Feuer in Tonnen mit Bliden in eine Stadt oder ein Schloß werfen und auch dasselbe Feuer mit einer Büchse darein schießen: „Item desselven vuyrs kan hee ouch wale machen in tunnen, die man mit bliden in eyne stat off sloss werpe, ind ouch mit boessen desselben vuyrs darin schiessen …“.24

Conrad Blidenmeister

Das Geschossbuch der Stadt Jena, eine Art Grundsteuerverzeichnis für alle Güter der Stadt, die von der Herrschaft zu Lehen gingen, vermerkt für die Jahre 1406/07, dass „Conrad blydenmeistir“ ein Teilstück eines Weinberges sowie Artland und ein Stück Weg am Mühlberge innehatte. Die Grundstücke lagen am Eingang eines westlich der Stadt gelegenen Seitentales (Mühltal).25 Kurz vor der Nennung waren ihm diese Güter von dem Jenaer Patrizier Friedrich Ledschmann als Unterlehen übertragen worden, wofür er diesem 14 Pfennige Zins entrichten mußte.26 In welchem Verhältnis die beiden Männer darüber hinaus standen, bleibt unklar. Unter den Besitzern eines Siedelhauses in der Stadt – Voraussetzung für das Bürgerrecht – wird Conrad Blidenmeister nicht genannt. Sofern er weitere Immobilien in Jena besaß, waren diese offenbar geschossfrei. Matthias Rupp nimmt an, Conrad könnte in seiner im Beinamen beschriebenen Funktion in direktem Dienst des Landesherrn gestanden und von diesem oder seinem örtlichen Vertreter mit der Wartung, Transport und Einsatzleitung einer in Jena stationierten Blide betraut gewesen sein.27

Ob es sich vielleicht aber nur um einen Nachnamen handelte, bleibt ebenfalls bedenkenswert.

Blidenmacher

1409 zahlt der Meister des Deutschen Ordens einem Blidenmacher von Gotland 6 Mark.28 Weitere Blidenmacher finden sich für Aachen29 und Halle/S.30

Anmerkungen

1RI IV,2,2 n. 804, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1160-01-21_1_0_4_2_2_246_804

2H. Stoob: Helmold von Bosau, Slavenchronik. In: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 19, Darmstadt 1980, S. 325, Nr. 93.

3 Ottokars Reimchronik, a. a. O., Verse 34237-34255 u. 34263-34264.

4 Christa Baufeld: Kleines frühneuhochdeutsches Wörterbuch, Tübingen 1996, S. . Eigentlich „sagen, sprechen, behaupten“ bei Ottokar aber eher als „schreien“ gemeint.

5Während der aktiven Militärzeit bei der NVA als Artillerist und Richtkanonier einer MT 12 100 mm Panzerabwehrkanone war der Verf. – gleich den mittelalterlichen antwerkern – bei Gefechtsübungen permanent im Dauerstreß, wobei das „Schreien“ der artilleristen aufgrund der psychischen und physischen Anstrengungen gegenwärtig war.

6Der Verf. diente von 1984 bis 1986/I als Richtkanonier der NVA bei der Panzerjägerabteilung in Klietz.

7Bernhard Rathgen: Feuer- und Fernwaffen des 14. Jahrhunderts in Flandern, VII. Band, S. 287

8Bernhard Rathgen: Das Geschütz im Mittelalter, S. 610-638. Rathgen liefert zahlreiche archivalische Quellen, wenngleich seine Aussagen zur Wirkung und Wirkungsweise der Bliden rein theoretisch bleiben und an vielen Stellen korrigiert werden müssen.

9Institut für Stadtgeschichte Frankfurt a. M. Dienstbriefe 1533, Inventare I,30.

10Urkundenbuch der Stadt Goslar und der in und bei Goslar belegenen geistlichen Stiftungen. Zweiter Theil (1251-1300). Bearb. v. Georg Bode, In: Geschichstquellen der Provinz Sachsen und angrenzende Gebiete, Bd. 30, Halle 1896, Nr. 595.

11Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich. Band VIII, S. 230, Nr. 2960; Fischler, Gustav: Über das Vorkommen von Bliden im Gebiete der heutigen Schweiz. In: Anzeiger für schweizerische Altertumskunde. Neue Folge Band 36 (Heft 2), Zürich 1934, S. 125

12Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, 1926. Bd. 28-30. 200. Bern.

13Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 1932: Bd. 31. 128 (Orig. Perg. StA Zürich, Urkunden Stadt und Land, Nr. 1290). Zürich; Züricherische Jahrbücher von Salomon Hirzel. Erster Band. Zürich 1814, S. 157.

14Nova Alamanniae. Urkunden, Briefe und andere Quellen besonders zur deutschen Geschichte des 14. Jahrhunderts vornehmlich aus den Sammlungen des Trierer Notars und Offizials, Domdekans von Mainz Rudolf Losse aus Eisenach in der Ständischen Landesbibliothek zu Kassel und im Staatsarchiv zu Darmstadt. Hrsg. v. Edmund E. Stengel, Berlin 1930, S. 469, Nr. 719.

16Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten von den ältesten Zeiten bis zu ihrer Vereinigung mit dem baierischen Staat. Hrsg. v. Johann Baptist Haggenmüller, Kempten 1840, S. 167.

17 UB Stadt Lüneburg II, Nr. 805, S. 167f.

18Rathgen, 293. Rathgen vermutet aufgrund des Felens von Bliden zu dieser Zeit in den Rechungen der Stadt Hildesheim hierin bereits einen Eigennamen.

19Franz Joseph MONE: Über das Kriegswesen vom 13.-17. Jahrhundert in Baden, Bayern, Elsaß, Schweiz, Vorarlberg, Hessen und Rheinpreußen (Fortsetzung). In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Hrsg. v. Franz Joseph Mone (ZGORh 17), Stuttgart 1865, S. 295.

20 Kreisgerichts-Registrator Sack: Die Befestigung der Stadt Braunschweig. In: Archiv des historischen Vereins für Niedersachsen. Neue Folge, Jahrgang 1848, Hannover 1850, S. 23f.

21 Sack, a.a o., S. 22.

22Index corporis historico-diplomatici Livoniae, Esthoniae, Curoniae; oder Kurzer Auszug aus derjenigen UrkundenSammlung welche für die Geschichte und das alte Staatsrecht LivEhst und Kurland’s aus dem geheimen ehemaligen DeutschOrdensArchive zu Königsberg zusammengebracht worden ist etc. Hrsg. v. Carl Eduard Napiersky, Riga u. Dorpal 1833, S. 191, Nr. 813 u. S. 193, Nr. 828.

23 Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410-1437). XI, 2 Regesten Sigmund 1425-1437. Hrsg. v. Wilhelm Altmann. Innsbruck 1897, Nr. 7132 u. 7161.

24 Rathgen, a. a. O., S. 620f. Die Unterscheidung des Werfens mit Bliden und schießens mit den Büchsen findet man auch bei dem Eisenacher Chronisten Johannes Rothe.

25 KOCH, Herbert (1932): Das Geschossbuch der Stadt Jena vom Jahre 1406. Jena, 78. vgl. Matthias Rupp: NNNNN. In: Arfurter Bliden im Einsatz für den Landfrieden. Arnstadt 2018, S.

26die iczund Inne had“ (ebenda.).

27 RUPP wie Anm. 13, 26.

28Max Jähns: Handbuch einer Geschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance: Technischer Theil: Bewaffnung, Kampfweise, Befestigung, Belagerung, Seewesen. 1880, S. 766.

29Thomas R. Kraus (Bearb.), Regesten der Reichsstadt Aachen (einschließlich des Aachener Reiches und der Reichsabtei Burtscheid), Bd. 3., 1351 – 1365, Düsseldorf 1999, S. 426.

30Arthur Bierbach (Bearb.), Urkundenbuch der Stadt Halle, ihrer Stifter und Klöster, Bd. 2 (1301-1350), Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, Band 5, Magdeburg 1939, Nr. 531 a, S. 779.