Blidenmeister – Ingenieure, Zimmermeister und Architekten

Miniatur aus Walter de Milimetes Werk De Nobilitatibus, Sapientiis, et Prudentiiis Regum („Über Ruhm, Weisheit und Bildung der Könige; 14. Jahrhundert. Handelt es ich bei dem Blidenmeister um den König selbst?
Antwerkmeister
Im Zuge der Auseinandersetzungen des deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossas (1152-1190) mit den italienischen Städten kam im November/ Dezember 1159/Januar 1160 gegen die italienische Stadt Crema (40 Km südöstlich von Mailand gelegen), ein mächtiger Belagerungsturm zum Einsatz, der von 500 Mann an die Stadtmauer geschoben wurde.1
In diesem Zusammenhang nahm der Kaiser voll Freude den aus Crema zu ihm übergelaufenen, berühmten Techniker Magister Marchese auf und ehrte ihn durch das Geschenk eines wertvollen Schlachtrosses. Marchese läßt sodann eine Angriffsmaschine bauen, von der aus eine Brücke nach vorne geschoben werden konnte. Friedrich ließ das neue Gerät nach Beseitigung eines wenig erfolgreichen Rammbockes zum Einsatz bringen. Einem anderen Chronisten zufolge stammt der Belagerungstechniker, der den Kaiser mit der Konstruktion von Belagerungsmaschinen unterstützte, aus dem Heiligen Land. Letztere Behauptung läßt die Frage aufkommen, warum dieser dem Kaiser dann keine Steinschleudern baute?
Technische Erfindungen und Neuerungen – zumal, wenn sie dem Kriege dienen – verbreiten sich rasant. Bereits 1163 nutzte Heinrich der Löwe jene Neuerungen im Kriegswesen für sich, die er noch als Parteigänger Friedrichs I. vor Crema kennengelernt hatte. Der Chronist und Zeitgenosse Helmold von Bosau berichtet in seiner Chronica Slavorum im Zusammenhang mit der Belagerung der Burg Werle (nordwestlich der Stadt Güstrow) folgendes: Sobald ließ er (Heinrich der Löwe-d. Verf.) aus dem dichten Walde Holz herbeibringen und Kriegsmaschinen herrichten in der Bauweise, wie er sie vor Crema und Mailand gesehen hatte. Er stellte sehr wirksame Maschinen her: eine aus starken Balken sollte Bresche in die Mauer legen (ein Rammbock-d. Verf.), die andere, höher aufragend nach Art eines Turmes, überhöhte die Burg, um Pfeile hineinzuschießen und die Leute zu vertreiben, die auf den Brustwehren standen. Wirklich wagte von dem Tage der Errichtung dieses Bauwerks an kein Slawe mehr, den Kopf zu heben oder an den Brustwehren zu erscheinen.“ Der Rammbock brachte die Mauern gewaltig ins zittern, aber nicht zum Einsturz. Die Belagerung endete mit einem „Vergleich“.2
Erscheint hier Heinrich der Löwe als der Auftraggeber zum Bau der Belagerungsmaschinen, eines Rammbocks und einer Ebenhöhe.
Der auf das Aufrichten von Steinschleuder-Maschinen und deren Bedienung im Ernstfall spezialisierte Blidenmeister ging aus dem „Antwerker“ hervor.
Abgeleitet von antwerc verwendet Ottokar in seiner Österreichischen Reimchronik in der Beschreibung einer Belagerung von Venedig (um 1280), bei der er Augenzeuge des Geschenes war, die Bezeichnung antwercmeister (im PluraI) und setzt sie in Beziehung zu blîden und anderem werc (Kriegswerk, Kriegsgerät allgemein): daz man balde sant / hinz Venedi nâch blîden / sô müest diu stat lîden / kummer unde ach. / dô diu botschaft geschach, / der herzog zehant / von Venedi sant / grôzer blîden viere. / die wurden vil schiere / gerihtet ûf terret, / die man darzuo bereitet het. / die antwercmeister hôr ich jehen (schreien) / unde hânz ouch selben gesehen, / diu werc, diu dâ gerihtet sîn / ûf kocken oder ûf galîn, / diu werfent krefticlicher vil / ze verrem unde wîtem zil, / denn diu ûf der erden stânt, / wande sie den swunc hânt. Und für die antwerc starc / erfunden sie manigen list, d. h. sie bekämpften es.3
Ottokar erinnerte sich an das laute Geschrei der antwercmeister, die er jehen hörte.4 Das laute Geschrei wurde hauptsächlich durch Streß verursacht, der in der allgegenwärtigen Gefährlichkeit und extremen psychischen und physischen Anspannungen und Anstrengungen der Sache lag. Zudem bestand permanent Verletzungesgefahr, die tödlich enden konnte.5 Quetschungen, Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen, Brüche etc. gehörten zweifellos zum Alltag der Blidenmannschaften.6 Schnell konnte ein langer, schwerer und fallender Balken schwerste bis tödliche Verletzungen hervorrufen oder ein von einer Ebenhöhe fallender Antwerker den Tod finden: Während der Belagerung der Stadt Tournay im Jahre 1340 zerbrach eine der Wurfmaschinen und tötete den „Stückmeister“, dessen Kopf nicht wiedergefunden wurde.7
Aufgrund der Fähigkeiten dieser außerordentlichen Fachleute verwundert es auch nicht, wenn die Antwerker und Blidenmeister ins Visier gegnerischer Fernwaffen gerieten. Eine Blidenmannschaft stand ohne Blidenmeister vor schier unlösbaren Aufgaben.
Zuständig für die Lagerung und den Einsatz speziell der Bliden aber auch des anderen antwercs, wie wir gesehen haben, waren sogenannte Blidenmeister oder Werkmeister, die nicht nur als antwercmeister oder im Sinne von „Geschützführern“ während eines Einsatzes fungierten, sondern auch die Maschinen selbst bauten, warteten und vielleicht sogar technisch verbesserten und daher mit anderen Meistern im Wettstreit lagen.8
Die Bezeichnung des Antwerkmeisters schwand in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts aus dem Sprachgebrauch. Zwar verwendet ihn noch Ottokar in seiner deutschsprachigen Reimchronik, gleiches gilt für den driboc, aber sprachlich wird dieser mittelhochdeutsche Terminus vom Blidenmeister abgelöst. Gleiches läßt sich auch für den Terminus Blide feststellen, der im 14. Jahrhunderts in Deutschland für die hier besprochene Art von Steinschleuder-Maschine (egal ob mit festem oder beweglichem Gegengewicht, norddeutsch Pleide) gebräuchlich wird.
Als Kaiser Otto IV. die „balliste“, wohl das teuflische Werkzeug von 1218, in seinem Testament den Kreuzfahrern nach Livland vermachte, ist es ein Herzog von Sachsen, der als Maschinenmeister genannt wird.
Bereits für 1288 ist in Frankfurt ein domus machinarum bezeugt. 1367 bezahlte sie den Blidenmeister Dylman von Fulde für seine Dienste in der Fehde mit Philipp dem Ältesten von Falkenstein, was dieser quittierte.9
Der erste urkundlich bezeugte Blidenmeister ist ein „bruder Henrich de blidenmeister“ des Herzogs Heinrich von Braunschweig-Lüneburg, genannt der Wunderliche (1267-1322), der als Zeuge einer Urkunde vom 29. Juni 1300 für das Kloster Neuwerk in Goslar nach zwei Rittern auftritt.10 Ebenfalls in einer Zeugenreihung ein Rechtsgeschäft der Äbtissin Elisabetha von der Fraumünsterabtei Zürich vom 13. Februar 1309 betreffend, befindet sich ein „meister Heinrich, der blidenmeister.“11
Im Jahr 1327 meldete die Stadt Zürich, dass einer ihrer Bürger, Hug Constancie, überfallen, gebunden und gefangen nach Neuchätel geführt worden sei. Man hatte ihm „sinen gürtel, sinen mantel, sin messer und sin swert und dazu sine pferit (Pferd)„ genommen. Das „tet Bürkli, blidenmeister und des vogtes tochtermann von Nidowe, Mörli sin knecht, Uli von Erlach sin knecht, Sakrovb des sun von Nidowe„. Der genannte Überfall muß unweit von Erlach ausgeführt worden sein. Ursache und Umstände sind unklar.12
Meister Burkhard, der Blidenmeister von Bern, konnte allerdings seine Nichtbeteiligung an dem Überfall nachweisen. Bereits 1331 bei der Belagerung der Burg Grummenen konnte er seine Kunst mit seinen Werken und Bliden unter Beweis stellen. Er stand an der Spitze der technischen Vorbereitung und Durchführung des Grynauer Krieges (1336-1337). Als „Meister Burkhart der blidenmeister burger ze Berne“ nennt er sich in einer Quittung vom 1. April 1338, die er dem Bürgermeister und Rat von Zürich für sein Soldguthaben ausstellte. Am 2. und 3. August 1338 erhielten er und seine Knechte Zahlungen. Er besiegelt die Rechnung. Auf dem Siegel nennt er sich der „Meister von Nidau“.13
Einer Urfehde gleicht der Text einer Urkunde von 1342. Der Blidenmeister Heinrich von Kirchhain gelobt am 7. Oktober 1342, den Erzbischof Balduin von Trier (1285-1354) zu meiden und nichts wider ihn zu tun. „Dhauner Fehde“ wahrscheinlich Ungereimtheiten. Der Text der Urkunde ist von größtem Interesse und soll deshalb vollständig widergegeben werden: „1. Ich Henrich von Kircheim der blydenmeister dun kunt allen luden, wan der hochgeborne fuorste min herre erczebischof Baldewin von Trire mir erloybet hat und gan von sinen gnaden, daz ich moge ryden, gan und stan, wanen, varen und wandern in sime lande und steden uber al, da ich zu tune hette, so han ich globet und mich verbuonden, daz ich nummer sal komen an die herberge, da min vorgenante herre von Trire ist, noch bie sinen liip noch an sin gesichte. 2. In welicher gaszen oder straze oder anderswa, da ich sin gewar werde oder anders verneme, da er were, da sal ich zu hant umbe keren und sinen weg vermieden, also daz ich ieme nicht begeynen sal noch bie en nicht komen, iz enwere danne mit sinem wiszentlichen urloube. 3. Ich en sal ouch nummer gedun, sprechen noch schaffen, daz dem selben minem herren von Trire oder den sinen bose, hynderlich, missewendig oder schedelich mochte sin, mit worten oder mit werken in keynerhande wiis, sunder ich sal mich von minem vorgenanten herren beloben alles gudes, war ich landes varen, und sal sin beste werben. 4. Alle dise vorgeschribenen stucke han ich globet in guden truwen und dar zu zu den heiligen gesworn, stede und veste zu haldene ane allerhande argelist. Und wa ich da wider tede, so han ich gewillekort und willen an disem brive, daz man griffen moge an minen lip und an min gut ane alle widersprache und hindernisse und moge da mite dun zu alle mines vorgenanten herren von Trire willen. 5. Zu urkonde und stedicheit aller diser vorgeschribener stuocke, wan ich selber nicht ingesigels en han, so han ich gebeden den erbern man den …official des hoves zu Trire, daz er sin ingesigel an disen brif welle henken.
Und wir der …official des hoves zu Trire vorgenant erkennen, daz dise ding vor uns sin geschen und daz wir durch bedde willen des vorgenanten Henrichs von Kircheim des hoves von Trire ingesigel an disen brif han dun henken zu eyme gezugnisse aller diser vorgeschribener stuocke.
Dirre brif ist gegeben nach Cristus geburthe dritzenhundert iar und dar nach in dem zwey und viertzegstem iare uff den mandag aller nehest nach sencte Remigies tage“.14
1368 wird im Rahmen eines Kaufvertrages Güter zu Aichelschwang betreffend Peter der Blidenmeister für Kempten genannt.16 Die Ratsherren der Stadt Lüneburg verleihen am 8. September 1373 ihrem truwen denere Mester Lamberte blidenmestere und seiner Frau auf Lebenszeit ein Haus und Hof, auf der neuen Sülze, befreien sie und ihre Besitzungen von Schoß und Stadtpflicht, übernehmen die Reparaturen der Wohnung und versprechen ihm jährlich 8 lötige Mark, 7 Ellen gefärbten und 7 Ellen grauen Tuches und Lohn im Dienste.17
In Hildesheim wird 1381-1386 ein Hans Blidenmeister genannt.18 Pfalzgraf Ruprecht I. von der Pfalz (1309-1390) erlaubte am 17. April 1385 seinem Blidenmeister Marqvart von Amberg in einem Haus des Pfalzgrafen zu Amberg mit seiner Frau zeitlebens zu wohnen.19
1388 wird für Braunschweig Meister Werner erwähnt, der die Bliden einholte und dafür 2,5 Schillinge erhielt. Bereits für 1354 kommen in den Cämmerey=Rechnungen sehr oft pro balastris reparandis vor. 1398 wird in Braunschweig Mester Tyle auf drei Jahre angenommen, der jährlich sieben Ellen ekescher Laken (Laken aus der Handelsstadt Achen) und dazu eine Mark Pfennige. Er mußte zudem einen Eid schwören, der wie folgt lautete: Dat gy dem Rade der Stad un den meyne borghen willen wesen schal, de em kledinge un pennige gyfft, un icht gy (ob euch) jenneghe samminghe edder upsate vorqueme de wedder den Radt edder de Stadt sy, dat gy dat dem Rade melden willen, un alle dinge dem Rade myt ruwen to gude holden, dat gyk god helpe etc.20
Nach Mester Tyle folgte Meister Werner, der wegen seiner Geschicklichkeit 1428 an die Hansestädte vom Rat verliehen wurde. Im Jahre 1400 wurden in Braunschweig sogenannte Musemester eingesetzt, die die gesamte Oberaufsicht über alle Waffen der Stadt hatten. Zwei Mitglieder des Rates, Hans Pawel aus dem Patriziergeschlecht der Pawele und der ebenfalls patrizische Eylard von der Heyde. Auch sie mußten dem Rad u.a. schwören, des rades bliden, donnerbussen, armborste, pile, büssen usw in bester Ordnung zu halten.21 Die Musemeister und die Blidenmeister als Werkmeister kann man als Vorgänger der Zeugherren und Zeugmeister ansprechen.
Geben uns die meisten Namensnennungen keinen Hinweis auf den Beruf des Blidenmeisters, der als Teil eines städtischen Kontingentes verstanden werden muss, so kann man hauptsächlich von Zimmerleuten ausgehen. Für das Aufstellen der Kölner Blide 1366 werden Zimmerleute und Säger genannt.
Am 17. Dezember 1417 bat der Ordensmeister von Livland den Hochmeister, ihm wieder den Blidenmeister Hans aus Preußen zuzusenden, damit derselbe den großen Mühlenbau bei Riga vollenden möge. Gleiches wiederholt der Ordensmeister am 23. Januar 1418.22
Deutlicher als Ingenieur und weniger als „Handwerker“ schält sich da der Blidenmeister Hans von Ratibor als Festungsbauer und Statiker heraus.
Kaiser Sigmund bat am 3. Februar 1429 den Hochmeister des Deutschordens Paul von Russdorff, ihm möglichst bald für eine kurze Zeit den „Blidenmeister“ Hans von Ratibor zur Anlage von Festungswerken und zum Brückenbau zu schicken.23
Am Anfang des 15. Jahrhunderts läßt sich anhand der unterschiedlichen Quellen eine Spezifikation vom „Handwerker“ über den Ingenieur zum reinen Militär ausmachen, was auch im Zusammenhang mit den neuen, technisch (vorallem chemisch und physikalisch) anspruchsvolleren und deutlich umfangreicher einsetzbaren Feuerwaffen verbunden ist.
Goedekin Volger wurde im Rahmen seiner Erklärung von 1418 zur Anstellung als Büchsenmeister für Köln nicht explizit als Blidenmeister benannt, wohl aber verstand er es, die unterschiedliche Wirkungsart der Büchsen und Bliden deutlich zu unterscheiden: Er kann Feuer in Tonnen mit Bliden in eine Stadt oder ein Schloß werfen und auch dasselbe Feuer mit einer Büchse darein schießen: „Item desselven vuyrs kan hee ouch wale machen in tunnen, die man mit bliden in eyne stat off sloss werpe, ind ouch mit boessen desselben vuyrs darin schiessen …“.24
Conrad Blidenmeister
Das Geschossbuch der Stadt Jena, eine Art Grundsteuerverzeichnis für alle Güter der Stadt, die von der Herrschaft zu Lehen gingen, vermerkt für die Jahre 1406/07, dass „Conrad blydenmeistir“ ein Teilstück eines Weinberges sowie Artland und ein Stück Weg am Mühlberge innehatte. Die Grundstücke lagen am Eingang eines westlich der Stadt gelegenen Seitentales (Mühltal).25 Kurz vor der Nennung waren ihm diese Güter von dem Jenaer Patrizier Friedrich Ledschmann als Unterlehen übertragen worden, wofür er diesem 14 Pfennige Zins entrichten mußte.26 In welchem Verhältnis die beiden Männer darüber hinaus standen, bleibt unklar. Unter den Besitzern eines Siedelhauses in der Stadt – Voraussetzung für das Bürgerrecht – wird Conrad Blidenmeister nicht genannt. Sofern er weitere Immobilien in Jena besaß, waren diese offenbar geschossfrei. Matthias Rupp nimmt an, Conrad könnte in seiner im Beinamen beschriebenen Funktion in direktem Dienst des Landesherrn gestanden und von diesem oder seinem örtlichen Vertreter mit der Wartung, Transport und Einsatzleitung einer in Jena stationierten Blide betraut gewesen sein.27
Ob es sich vielleicht aber nur um einen Nachnamen handelte, bleibt ebenfalls bedenkenswert.
Blidenmacher
1409 zahlt der Meister des Deutschen Ordens einem Blidenmacher von Gotland 6 Mark.28 Weitere Blidenmacher finden sich für Aachen29 und Halle/S.30
Anmerkungen
1RI IV,2,2 n. 804, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1160-01-21_1_0_4_2_2_246_804
2H. Stoob: Helmold von Bosau, Slavenchronik. In: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 19, Darmstadt 1980, S. 325, Nr. 93.
3 Ottokars Reimchronik, a. a. O., Verse 34237-34255 u. 34263-34264.
4 Christa Baufeld: Kleines frühneuhochdeutsches Wörterbuch, Tübingen 1996, S. . Eigentlich „sagen, sprechen, behaupten“ bei Ottokar aber eher als „schreien“ gemeint.
5Während der aktiven Militärzeit bei der NVA als Artillerist und Richtkanonier einer MT 12 100 mm Panzerabwehrkanone war der Verf. – gleich den mittelalterlichen antwerkern – bei Gefechtsübungen permanent im Dauerstreß, wobei das „Schreien“ der artilleristen aufgrund der psychischen und physischen Anstrengungen gegenwärtig war.
6Der Verf. diente von 1984 bis 1986/I als Richtkanonier der NVA bei der Panzerjägerabteilung in Klietz.
7Bernhard Rathgen: Feuer- und Fernwaffen des 14. Jahrhunderts in Flandern, VII. Band, S. 287
8Bernhard Rathgen: Das Geschütz im Mittelalter, S. 610-638. Rathgen liefert zahlreiche archivalische Quellen, wenngleich seine Aussagen zur Wirkung und Wirkungsweise der Bliden rein theoretisch bleiben und an vielen Stellen korrigiert werden müssen.
9Institut für Stadtgeschichte Frankfurt a. M. Dienstbriefe 1533, Inventare I,30.
10Urkundenbuch der Stadt Goslar und der in und bei Goslar belegenen geistlichen Stiftungen. Zweiter Theil (1251-1300). Bearb. v. Georg Bode, In: Geschichstquellen der Provinz Sachsen und angrenzende Gebiete, Bd. 30, Halle 1896, Nr. 595.
11Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich. Band VIII, S. 230, Nr. 2960; Fischler, Gustav: Über das Vorkommen von Bliden im Gebiete der heutigen Schweiz. In: Anzeiger für schweizerische Altertumskunde. Neue Folge Band 36 (Heft 2), Zürich 1934, S. 125
12Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, 1926. Bd. 28-30. 200. Bern.
13Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 1932: Bd. 31. 128 (Orig. Perg. StA Zürich, Urkunden Stadt und Land, Nr. 1290). Zürich; Züricherische Jahrbücher von Salomon Hirzel. Erster Band. Zürich 1814, S. 157.
14Nova Alamanniae. Urkunden, Briefe und andere Quellen besonders zur deutschen Geschichte des 14. Jahrhunderts vornehmlich aus den Sammlungen des Trierer Notars und Offizials, Domdekans von Mainz Rudolf Losse aus Eisenach in der Ständischen Landesbibliothek zu Kassel und im Staatsarchiv zu Darmstadt. Hrsg. v. Edmund E. Stengel, Berlin 1930, S. 469, Nr. 719.
16Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten von den ältesten Zeiten bis zu ihrer Vereinigung mit dem baierischen Staat. Hrsg. v. Johann Baptist Haggenmüller, Kempten 1840, S. 167.
17 UB Stadt Lüneburg II, Nr. 805, S. 167f.
18Rathgen, 293. Rathgen vermutet aufgrund des Felens von Bliden zu dieser Zeit in den Rechungen der Stadt Hildesheim hierin bereits einen Eigennamen.
19Franz Joseph MONE: Über das Kriegswesen vom 13.-17. Jahrhundert in Baden, Bayern, Elsaß, Schweiz, Vorarlberg, Hessen und Rheinpreußen (Fortsetzung). In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Hrsg. v. Franz Joseph Mone (ZGORh 17), Stuttgart 1865, S. 295.
20 Kreisgerichts-Registrator Sack: Die Befestigung der Stadt Braunschweig. In: Archiv des historischen Vereins für Niedersachsen. Neue Folge, Jahrgang 1848, Hannover 1850, S. 23f.
21 Sack, a.a o., S. 22.
22Index corporis historico-diplomatici Livoniae, Esthoniae, Curoniae; oder Kurzer Auszug aus derjenigen UrkundenSammlung welche für die Geschichte und das alte Staatsrecht LivEhst und Kurland’s aus dem geheimen ehemaligen DeutschOrdensArchive zu Königsberg zusammengebracht worden ist etc. Hrsg. v. Carl Eduard Napiersky, Riga u. Dorpal 1833, S. 191, Nr. 813 u. S. 193, Nr. 828.
23 Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410-1437). XI, 2 Regesten Sigmund 1425-1437. Hrsg. v. Wilhelm Altmann. Innsbruck 1897, Nr. 7132 u. 7161.
24 Rathgen, a. a. O., S. 620f. Die Unterscheidung des Werfens mit Bliden und schießens mit den Büchsen findet man auch bei dem Eisenacher Chronisten Johannes Rothe.
25 KOCH, Herbert (1932): Das Geschossbuch der Stadt Jena vom Jahre 1406. Jena, 78. vgl. Matthias Rupp: NNNNN. In: Arfurter Bliden im Einsatz für den Landfrieden. Arnstadt 2018, S.
26 „die iczund Inne had“ (ebenda.).
27 RUPP wie Anm. 13, 26.


