Aug. 11 2010

Drei Neuerscheinungen im letzten Quartal

Am 31. August endet die Vorbestellungsfrist für die limitierte Ausgabe des Schwarzburger Exemplars der „Practica“ des Rechenmeisters Adam Ries von 1550. Also, wer sein Exemplar incl. Kommentarband noch nicht bestellt hat, kann es noch über www.verlag-kirchschlager.de ganz einfach online tun. Sehr viele Exemplare kommen nicht in den Handel, der Rest der Auflage ist Projekten des Adam Ries Fachwissen e. V. in Erfurt vorbehalten. Continue reading


Aug. 10 2010

Weitere Tannenbergbilder

Hoffentlich dauert die Schlacht nicht allzu lange! Continue reading


Aug. 10 2010

Als Stadthauptmann Hans Stahl und Ritter in Salve TV

Hier der Link zum sehr gelungenen Filmbeitrag!

http://www.salve-tv.net/web/de/webtv/webtv.php?rubrikID=
heute&videoID=5756&VideoSuche=&autoplay=false&area=&division=
&counter=1&leaf=on

Weitere Infos bei www.marc-neblung.de und www.salve.tv

Aug. 4 2010

Autorin Petra Klages im Interview mit Eva Sassen

„Brieffreundschaft“ mit einem Serienmörder, lautet der Buchtitel. Sein Inhalt zeigt die Entwicklung vom Tierquäler zum Mörder. Abgespaltene Kindheitserlebnisse sind früh zu erkennen. Sie prägen ein Leben lang. Am Extrembeispiel eines Serienmörders wird die Struktur des Missbrauchs von Kindern deutlich. Mit der Autorin Petra Klages SPRACH EVA SASSEN. Continue reading


Aug. 1 2010

Eine Buchankündigung von Kriminalkommissar Christian Pundt

Erst kürzlich erschien das Buch „Brieffreundschaft“ mit einem Serienmörder im Kirchschlager Verlag doch  bereits jetzt arbeitet die Kriminologin und Pädagogin Petra Klages wieder an einem neuen Werk aus dem Bereich True Crime, das im 1. od. 2. Quartal 2011 erscheint. Es geht um Serienmörder und Kannibalen. Zwei Tabubrüche auf einen Streich. Continue reading


Juli 26 2010

Auf dem Schlachtfeld von Tannenberg 1410-2010 – Schlachtenrapport eines Schwergewappneten

Am 15. Juli 1410 besiegten in einer mörderischen Schlacht die verbündeten Heere der Polen unter König Jagiello, dem litauischen Großfürsten Witold und tartarischen Hilfstruppen das Heer des Deutschen Ordens unter seinem Hochmeister Ulrich von Jungingen. Dieser, für die Deutschen mehr als unglückliche Waffengang, führte zum Untergang des stolzen Ordens. Diese Geschichte wurde im 19. Jahrhundert von Henryk Sienkiewicz literarisch in einem Roman verewigt. Heute, 600 Jahre später, gedachte man der blutigen Schlacht von Tannenberg (Grunwald wird sie bei den Polen genannt) mit einem Reenactement der Superlative. Vom 15.-18. Juli wurde das Schlachtfeld von Tannenberg zum mittelalterlichen Heerlager. Auf drei Fahnenmasten wehten die Fahnen des Deutschen Ordens, der Polen und der Litauer. Staatsgäste wurden begrüßt, so auch der jetzige Hochmeister des Ordens, Militärkapellen spielten, Flugzeuge versprühten die polnischen Nationalfarben. Grunwald 2010 – ein Nationalfeiertag in Polen. Ein riesiger Mittelaltermarkt wartete auf Käufer, zahlreiche, zum Teil blutige Turniereinlagen luden zur Unterhaltung mittelalterbegeisterter Menschen. 300 000 Besucher sollen es an allen Tagen gewesen sein.

Ich rechnete mit 3 Stunden Schlacht, 30 Kg Kampfgewicht und 30 Grad Hitze. Daraus wurden 2,5 Stunden Schlacht, 25 Kg Kampfgewicht und fast 40 Grad Hitze. Letztere forderte von allen Kämpfern die letzten Kräfte. Viele dehydrierten und erreichten nicht einmal das Schlachtfeld. Mir wäre es hin zum Schlachtfeld, hindurch zwischen zehntausenden Besuchern ebenso ergangen, wären nicht in aller letzter Sekunde meine Edeldame Andrea und mein tapferer Knappe Emil erschienen, die mir die schwere Hundsgugel samt Brünne, Eisenhandschuhe und Schild trugen.

in voller Rüstung

Nachdem ich auf dem Schlachtfeld ankam, trank ich erst einmal ordentlich Wasser und war nach knapp 20 Minuten fit wie nie. Jetzt konnte es losgehen. „Christ ist erstanden“ ertönte es aus dem Lautsprecher, allein ich war der einzige, der mitsang. Die Schlacht begann etwas unhistorisch, denn der Hochmeister und sein berittenes Gefolge töteten ein paar arme polnische Bauern und zündeten deren Dorf an. Tatsächlich war es vor 600 Jahren etwas anders, denn die Polen und Litauer verwüsteten – in typischer mittelalterlicher Kriegsweise – das Grenzland des Deutschen Ordens. Grund genug für den Hochmeister sich den Polen in den Weg zu stellen… und die vielen aufgestauten Probleme mit der Waffe zu lösen. Aber wollenwir das den Veranstaltern nachsehen. Nachdem also das Dorf verbrannt war, zog sich der Hochmeister zurück, um dann ein paar sehenswerte Attacken gegen die polnische und tartarische Reiterei zu führen. Dann ging es immer wieder zwischen den Fußtruppen hin und her. Von den im Vorfeld so glorifizierten und hochstilisierten gewaltbereiten „Russen“ sah ich nichts. Auf deutscher Seite kamen Bombarden und Hakenbüchsen  (u. a. drei Mann der „Gruppe Schneider“ vom thüringischen Brandenburgverein) zum Einsatz, die ein mächtiges Spektakel veranstalteten, aber in der historischen Schlacht wenig ausrichteten. Dann wurde durch polnisches und litauisches Fußvolk eine Truppe Deutscher nach der anderen niedergekämpft. Dazwischen flüchtete die Kulmer Ritterschaft und verriet den Hochmeister. Nun waren wir dran, das Hochmeisterbanner, bestehend aus polnischen Kämpfern, dem kampferfahrenen brandenburgischen Rabenbanner (www.rabenbanner-bernau.de), meinem vogtländischen Ritterbruder Mario von den Freien Söldnern des Vogtlandes und mir. Sollte ich jemanden vergessen haben, möge er sich bei mir bitte melden. Der Rest der Deutschen, darunter einige wortgewaltige „Ruhrpotter“, schaffte es leider nicht auf das Schlachtfeld. Nicht zu vergessen: Zwei andere Thüringer kämpften noch auf polnischer Seite mit. Also kann man mit Recht und Fug behaupten, daß alle Thüringer Kämpfer das Schlachtfeld erreichten und zwei von ihnen sogar bis zum Schluß kämpften. Die Schlacht ging immer weiter, nur ab und an von den Sirenen der SMH unterbrochen. Es gab aus meiner Sicht keine Verletzten, nur zahlreiche „Dehydrierte“. Vorrücken, kämpfen und zurück hieß die Parole. Schließlich wurde der Hochmeister eingekreist, freigekämpft und wieder kamen wir zum Einsatz, zum letzten Male! Das Hochmeisterbanner, noch etwa 30-40 Mann, „rannte“ zum Hochmeister, bildete einen Kreis und hielt ihm bis zum Tod die Treue. Ich glaube, nach tapferem Kampf gegen einen großen Polen mit blauem Schild, noch unter den letzten 10-20 Deutschherren gewesen zu sein, bevor ich fiel, von allen Seiten Hiebe einkassierend. Dann lag ich etwa 15 Minuten, bis das Ende der Schlacht signalisiert wurde und wir aufstehen durften. Ich stach mein Schwert in den Boden, stellte den Schild davor und legte meinen Helm mit den völlig ruinierten Pfauenfedern davor. Dann kniete ich nieder und betete ein Vaterunser für den gefallenen thüringischen Grafen Albrecht von Schwarzburg, der als Komtur und Deutschordensritter gefochten und gestorben war. Ich verließ das Schlachtfeld mit gemischten Gefühlen, hatte ich mich im Vorfeld doch bestens mit der Ordengeschichte befaßt. Es bleibt zu wünschen, daß bei zukünftigen Schlachtdarstellungen in Tannenberg/ Grunwald der Deutsche Orden weiter entdämonisiert wird und zumindest  das Abbrennen des Dorfes gestrichen wird. Die Leistungen des Deutschen Ordens, der 1226 von Konrad von Masowien ins Land geholt wurde (er erhielt das eroberte Land der Pruzzen und alles Land, welches er noch erobern konnte!)  sind in Preußen noch weithin sichtbar. Die jüngere Geschichte der Deutschen wirkt leider noch zu stark belastend auf die Geschichte des Deutschen Ordens. Hoffen wir, daß durch solche Geschichts- und Schlachtendarstellungen das noch etwas verschwommene (aber schon deutlich objektivere) Geschichtsbild beiderseits nach und nach korrigiert wird und der Geist der Völkerverständigung herrscht. Uns hat es in Polen jedenfalls gut gefallen und wir können das schöne „Preußenland“ nur wärmstens als Urlaubsziel empfehlen.

Kein Zuckerschlecken!

Ich danke folgenden Personen: Meinem Hauptmann Maik Elliger vom Freien Ritterbund Thüringen, für die Überlassung seiner Rüstung und wertvollen Tipps; Schmied Herbert für die Überlassung seiner Hundsgugel und wertvollen Diensten als „Oberknappe“; Burgherr Reinhard Schneider und seinen Brandenburger Edeldamen und Recken, die mir immer freundlich und hilfsbereit zur Seite standen; Irina und Marko Stüdemann, Mario Simon aus Plauen und Jochen aus Leubnitz im Erzgebirge als Gastkämpfer der Gruppe Schwarzes Eichhörnchen, für die tolle Gastfreundschaft; Ewa, von unserer polnischen Pension, die ich für einen Masuren/ Ostpreußenurlaub unbedingt empfehlen kann (www.lesnejezioro.pl); Thomas Butters, für die Organisationsunterstützung sowie allen die ich vergessen haben sollte, besonders aber danke ich meiner Edelfrau Andrea und meinem Knappen Emil, die mir auch die Rüstungsteile vom Schlachtfeld wegschleppten…

Polnische Schwergewappnete- unsere Hauptgegner.

PS Als nächste Schlacht steht Hastings 2012 auf dem Programm, diesmal aber vielleicht auf der Seite der Angelsachsen … mir gefallen deren riesige Äxte so und dann ziehen mich doch „Untergänge“ an…


Juli 2 2010

600 Jahre Schlacht bei Tannenberg 1410 – Untergang des Deutschen Ordens

Hiermit möchte ich mich für die nächsten drei Wochen abmelden, denn ich werde wieder als Mitglied des Freien Ritterbundes Thüringen (und höchstwahrscheinlich einziger Thüringer Ritter, von leichtem Fußvolk abgesehen) an einer großen historischen Schlacht teilnehmen: Tannenberg (Grunwald) 15. Juli 1410 – Untergang des Deutschen Ordens gegen das Heer der vereinten Polen und Litauer (irgendwie ziehen mich „Untergänge“ an…). Bereits als „Edelknabe“ sah ich – als einziger im Kino (meine Tante war damals „Abspielerin“ des Films) – den legendären Film „Die Kreuzritter“ – der zwar etwas „unhistorisch“ ist, mir aber dennoch gefallen hat. Jetzt nutze ich die einmalige Chance, um am 17. Juli 2010 dabei zu sein. Auf einen großen historischen Kommentar verzichte ich und verweise auf die sehr gute Wikipediaseite.  Dafür gibt es von mir als Deutschherren schon einmal ein paar Bilder. Übrigens würde ich gern Herrn Heinrich von Plauen darstellen, der die mörderische Schlacht überlebte und den Widerstand auf der Marienburg organisierte. Klappt das nicht, werde ich wohl in die Rolle des Grafen Albrecht von Schwarzburg schlüpfen, der nach heldenhaftem Kampfe fiel…

Heinrich von Plauen

Heinrich von Plauen

Besser wäre: Steigen Sie auf!Christ ist erstanden.... Alle Fotos stammen von der Thüringer Allgemeine

Alle Fotos wurden mir freundlicherweise von der Thüringer Allgemeinen (Arnstadt) zur Verfügung gestellt! Herzlichen Dank!


Juni 29 2010

Besuch in Bad Staffelstein – Mit der „Practica“ unterwegs

Heute wurde unser „Practica“-Faksimile-Projekt dem 1. Bürgermeister der Stadt Bad Staffelstein, Herrn Kohmann, vorgestellt. Mit dabei waren Herr Krisch vom Adam Ries Fachwissen e. V. (Erfurt) und Herr Manfred Weidauer aus Sömmerda. Das Gespräch wurde rege von der fränkischen Presse verfolgt und man sagte uns in Bad Staffelstein, dem Geburtsort des großen deutschen Rechenmeisters Adam Ries Unterstützung für dieses Projekt zu. Im Gegenzug stellt der Adam-Ries-Fachwissen e. V. schon einmal die Original-Practica zum Altstadtfest im städtischen Museum aus. Termin: 24./.25. Juli 2010. Rückfragen zum Altstadtfest oder zum Staffelsteiner Museum erhält man auch bei Frau Waschka, der Museumsleiterin bzw. bei der Touristinformation Bad Staffelstein.


Juni 16 2010

„Practica“ mit schweren Schäden und langer, leidensvoller Geschichte

Über den Gebrauchswert der „Practica“ unseres Rechenmeisters Adam Ries braucht man nicht zu diskutieren, er war zweifellos sehr hoch. Seine Rechenbücher – und die seiner Kollegen – waren beliebt, wurden gebraucht und vielleicht auch gehaßt – Letzteres besonders bei Mathemuffeln. Vorstellbar wäre auch, daß so mancher reisende Kaufmann das Rechenbuch mit sich führte. Auf diese Weise kann auch das Schwarzburger Exemplar der „Practica“ das Alte Europa des 16. Jahrhunderts gesehen haben. Zahlreiche Einträge lassen jedenfalls auf eine intensive Nutzung schließen. Doch leider nicht nur das!

Unser Exemplar war den schlimmsten buchfeindlichen Extremen ausgesetzt: Feuer und Wasser. Hinzu kommt ein gefräßiger Holzwurm, der sich an den Buchdeckeln labte. Ob er so die Rechenkunst in sich aufnahm? Doch schlimmer als alle Naturgewalten war der Mensch. Einer der „Benutzer“  – man kann diesen Grobian nicht zu den  Buchfreunden rechnen – riß ihm in grobschlächtiger Weise sogar die ersten 50 Blatt heraus. Stopfte er damit seine Fensterritzen zu? Gebrauchte er sie als Brandbeschleuniger? Oder stellte er mit ihnen noch Furchtbareres an?

Das Schwarzburger Exemplar der „Practica“ hat diesem allen getrotzt. Fast scheint es so, daß dieses Exemplar geradezu für uns überleben wollte, um uns seine großen Geheimnisse und seine lange, wenn auch leidensvolle Geschichte zu erzählen.

Seit Anfang Mai läuft die Subskriptionsfrist für dieses ungewöhnliche 42. Exemplar. Direkte Vorbestellungen und Subskription bei verlag-kirchschlager.de


Mai 23 2010

Adam-Ries-Rechenbuch von 1550 in Erfurt – Projekt auf 3sat Kulturzeit vorgestellt

Unter dem Titel Adam-Ries-Rechenbuch von 1550 in Erfurt

(News vom Montag, 22.03.2010) findet man auch bei 3sat Kulturzeit Informationen zu unserem Projekt. Continue reading