Dez 5 2016

Ein Thüringer als Bücherdieb

Am Anfang der thüringischen Literaturgeschichte steht ein unerhörter, ja mehr als dreister Diebstahl. Verbittert beschwert sich Meister Heinrich von Veldeke über Graf Heinrich, einen adligen Bücherdieb, in seinem Eneas-Roman, der vom trojanischen Helden Aeneas berichtet, dessen Affäre mit der schönen karthagischen Königin Dido, dem dramatischen Ende der Liasion und allerlei anderen Aventiuren. Erleuchtet aber bis heute der Name Heinrich von Veldeke die frühe deutsche Literaturgeschichte, bleibt der Bücherdieb zumeist im dunkeln.1 Zu Unrecht, denn es handelt sich bei dem Täter nicht um einen dahergelaufenen Kleinkriminellen sondern um einen hochadeligen Bücherfreund! Continue reading


Nov 29 2016

Keine Mehrheit gegen Tierquälerei – Arnstädter Stadtrat spricht sich gegen ein Wildtierverbot in Zirkusbetrieben aus

Der Stadtrat der Stadt Arnstadt hat sich – anders als 73 andere deutsche Kommunen – gegen ein Wildtierverbot in Zirkusbetrieben ausgesprochen. Die Abstimmung war öffentlich.

Ich bin als Tierfreund sehr traurig und sogar wütend über diese Abstimmung, da ich glaubte, wenigstens beim Tierschutz regiert – wenn nicht der Verstand und die Verantwortung für unsere Welt und alles was darin kreucht und fleucht – das Herz. Einige Stadträte sollen sogar während der Abstimmung “umgekippt” sein… Warum eigentlich? Aus Politraison? Das wäre eine Schande. Einer begründete seine Ablehnung damit, daß er den Geruch der Wildtiere nicht missen will, weil er den noch aus seiner Kinderzeit in der Nase habe… Wer so etwas sagt, disqualifiziert sich. Ich habe auch noch die benzinartigen Gerüche aus der Garage meines Vaters in der Nase und finde deshalb Ölbohrungen in der Antarktis noch lange nicht gut. Was sind denn das für Argumente? Es ging um ein Zeichen, ein Zeichen sollte gesetzt werden, für die Schöpfung, für alle Kreaturen, die keine „Stimme“ haben, die gehört wird. Es wird Zeit, daß sich etwas ändert, grundlegend, ansonsten zerstören wir unsere einzigartige Welt, davon bin ich überzeugt!
In 73 namhaften Städten hat man sich übrigens für die Wildtiere und gegen dere psychische und physische Folter entschieden, nur in Arnstadt nicht. Tiger gehören eindeutig in den Dschungel, nicht in einen Zirkuskäfig! Meine Oma hat immer gesagt, “Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!” Der Schrecken geht dann, angesichts solcher Politiker, weiter. Man kann nur weinen! Ach so, und den Zirkus in diesem Zusammenhang als ein altes deutsches Kulturgut ins Feld zu führen, empfinde ich als Hohn. Akrobatik sollte begeistern. Bleibt für die Gegner zu hoffen, daß sie in ihrem zweiten Leben nicht als Tanzbär oder Zirkusaffe auf die Welt kommen


Sep 19 2016

Henry Millers elf Gebote

Während der Arbeiten am „Wendekreis des Krebses“ stellte Henry Miller elf Gebote des Schreibens auf, an die er sich selbst hielt, er, der sich sonst an Nichts hielt.

1. Arbeite immer nur an einer Sache, bis du sie zu Ende gebracht hast.

2. Fange keine neuen Bücher mehr an, füge kein neues Material mehr zu „Black Springs“ hinzu.

3. Werde nicht nervös. Arbeite ruhig, freudig und entschlossen an dem, was gerade ansteht.

4. Arbeite nach Programm und nicht nach Stimmung. Höre zur festgesetzten Zeit auf!

5. Auch wenn du nicht kreativ bist, kannst du immer noch arbeiten.

6. Klopfe jeden Tag etwas fest, anstatt neuen Dünger hinzuzufügen.

7. Bleibe menschlich! Triff Leute, gehe aus und trinke, wenn dir danach ist.

8. Sei kein Ackergaul! Arbeite immer mit Spaß.

9. Weiche vom Programm ab, wenn dir danach ist – aber nimm es am nächsten Tag wieder auf. Konzentriere dich. Beschränke dich. Miste aus.

10. Vergiß die Bücher, die du schreiben willst. Denk nur an das eine Buch, das du gerade schreibst.

11. Schreibe immer und als erstes. Malerei, Musik, Freunde, Kino, all das kommt an zweiter Stelle.

Aus: Lists of Note. Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten von Shaun Usher, München 2015, S. 227


Aug 18 2016

Der tote Wal – eine Kurzgeschichte

Um die Wale zu täuschen, hatten die Männer den Rumpf ihres Bootes blaugrau gestrichen und kaum war die Farbe getrocknet, meldeten die ersten Beobachter Rückenflossen und Fontänen. Mit spitzen Harpunen und freudigen Gesichtern stieß man in See.

Tage vergingen, Wochen vergingen. Nach drei Monaten schickten die Frauen der Walfänger ihre Kinder an den Strand, um Ausschau nach den Männern zu halten. Eines Tages kam eines der Kinder aufgeregt nach Hause gelaufen. „Ein Wal ist gestrandet,“ rief es, „ein Wal ist gestrandet!“

Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile im ganzen Dorf. Von allen Seiten liefen die Leute herbei, um den angespülten Wal zu sehen. Doch die erste Frau, die des Wales ansichtig wurde, erschrak und ihr Gesicht erblaßte. Vor ihr lag das Wrack eines Bootes im seichten Wasser, kieloben. Der Rumpf leuchtete in den Farben eines Wales.


Mai 4 2016

Es gibt nur 750 Exemplare – mehr als die Hälfte ist schon weg …


Apr 23 2016

Tag der Ritter, Tag des Bieres, Welttag des Buches

Liebe Freunde! Eigentlich wollte ich heute eine Heavy-Metal-Party feiern, aber leider sind der Schlagzeuger und der Leadsänger der Band, die ich eingebucht hatte, Phil „Animal“ Taylor und Ian „Lemmy“ Kilmister, bereits im letzten Jahr unerwartet verstorben. Motörhead, wir denken an Euch! Deshhalb fällt meine Feier leider aus. Für nächstes Jahr habe ich Slayer gebucht …


Wer mich aber dennoch als Ritter erleben will, der muß gen Gera zum Bücherfrühling reiten.


Apr 21 2016

ARNSTADT – 750 Jahre Stadtrecht – Stadtrecht und Stadtrechtsverfassung in Arnstadt von den Anfängen bis zur Gegengwart

Zur Entstehung von Stadtrechten

Städte nahmen in der vorwiegend agrarisch geprägten Zeit des Mittelalters eine herausragende Stellung ein. In ihren zumeist mit steinernen Mauern und Türmen angelegten Befestigungen lebten überdurchschnittlich viele Menschen auf engstem Raum und gingen ihrem Handel und Handwerk nach. Das brachte eine rechtliche Sonderstellung gegenüber dem Umland mit sich und mußte spezifisch den Bedürfnissen der Stadtbewohner angepaßt sein. Continue reading


Mrz 8 2016

Verleihung Arnstädter Literaturpreis 2016

Liebe Arnstädter Literaturfreunde! Bald ist es geschafft – wir verleihen den Arnstädter Literaturpreis 2016 an Frau Gudrun Piesche. Hiermit möchte ich alle Literaturfreunde und Gäste nochmals daran erinnern bzw. noch einmal aufs Herzlichste zu unserer offiziellen Preisverleihung des Arnstädter Literaturpreises 2016 am 16. März 2016 ab 15 Uhr im Gast- und Logierhaus „Goldene Henne“ (Kaminzimmer) in Arnstadt einladen. Es wird ein kleines Programm, eine kleine Festrede und ein kleines Kuchenbuffet geben. Alle Beiträger/Innen samt ihre Gäste sowie unsere Freunde und Sponsoren sind herzlich eingeladen. Es wird keine offizielle Festveranstaltung, wir werden eher im kleineren Kreis bleiben, so wie gewünscht und mehrfach besprochen. Ich hoffe, die 40 bestellten Plätze werden reichen. Ansonsten rücken wir etwas zusammen.

Bitte den Termin weitersagen an alle unsere Freunde, die kein Internet haben und keine Zeitung und die ich nicht telefonisch erreicht habe….


Feb 28 2016

Mörder über Mörder

In dieser Woche war wieder einmal ganz schön viel los. Am Montag war ich in Herressen-Sulzbach bei Apolda zu zwei Kinderbuchlesungen (Emil rettet Thüringen – Wer sonst? Danke an Frau Reisser!). Wir haben auch ein Umweltsiegel eingeführt – mehr davon auf www.beiemil.de. Dann war ich am Mittwoch mit Kriminalrat Hans Thiers a. D. in Neustadt/Orla im prächtigen Rathaussaal zu einer Lesung mit etwa 120 Zuhörern (Besten Dank an Frau Junge und ihr Kollektiv!). Am gleichen Tag kreiste mal wieder ein Hubschrauber über Arnstadt – mir war gleich klar: die Polizei sucht einen „Abgängigen“. Und tatsächlich: ein 25jähriger Mörder war aus dem Amtsgericht geflohen, nachdem er zwei Wachmänner, einen davon schwer, mit einem spitzen Gegenstand verletzt hatte. In Nordhausen konnte er gestellt werden. Lebenslang mit Sicherungsverwahrung kann hier nur das Urteil lauten. Den Kindern in der Schule wurde das auch gleich gesagt („Papa, in Arnstadt ist ein Töter weggelaufen…“), so kommt das dann an. Am Freitag war ich nochmals mit Hans Thiers zu einer Lesung in Oberndorf im „Schulhaus“ (Danke an Familie Audehm!), tolles Essen, sehr gute Veranstaltung und wir haben sogar noch ein Bild des Zweifachmörders Lothar Peisker von einer Dame aus Töppeln erhalten. Peisker, den man „Bullat“ nannte, wegen seines Bullenschädels, wurde am 11. August 1967 in Leipzig mit der Fallschwertmaschine geköpft. Er hatte eine Frau und ein junges Mädchen bestialisch getötet.


Jan 13 2016

Limitierte Buchausgaben zum Arnstädter Stadtrechtsjubiläum

Im Festjahr 2016 erscheinen anläßlich des 750jährigen Jubiläums der Verleihung des Stadtrechtes an Arnstadt zwei streng limitierte Buchausgaben im Verlag Kirchschlager. Band I beinhaltet die ausgewählten Erzählungen zum Arnstädter Literaturpreis 2016. Die Arnstädter Gewinnerin Gudrun Piesche gab mit ihrer Erzählung „Nur ein Augenblick“ den Titel des Erzählbandes vor. Er wird als Hardcoverausgabe mit Leseband ab Mitte März erscheinen. Die historischen Erzählungen werden auf bestem Papier (Papiersorte: Schneebruch, etwa 200 Seiten) gedruckt. Ausgestattet wird das 18 Euro teure Buch zudem mit einigen Illustrationen und Scherenschnitten.

Der zweite Band – die Festschrift zum Stadtrechtsjubiläum – wird ein umfangreiches Standardwerk zur Arnstädter Geschichte. Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Arnstadt vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Autorin und Archivarin Andrea Kirchschlager M. A. stellt auf etwa 200 Seiten Biographien und Lebensereignisse der Arnstädter Bürgermeister und Ratsherren vom Mittelalter bis zur Gegenwart vor. Michael Kirchschlager gibt am Anfang des Buches einen Überblick über die Stadtrechtsverfassung, den Aufbau und die Entwicklung des Stadtrates sowie die Stadtgerichtsbarkeit. Zahlreiche Bilder herausragender politischer Persönlichkeiten Arnstadts machen dieses Werk zu einem klaren Muß für jeden an Arnstadts Geschichte Interessierten. Auch dieser großformatige Band erscheint als hochwertige Hardcoverausgabe mit Leseband und wird auf feinstem Kunstcremepapier gedruckt. Preis: 24 Euro.
Es wird von beiden Büchern keine weiteren Auflagen geben!
Weitere Informationen finden Sie bei: www.literaturfreunde-Arnstadt.de und Verlag-kirchschlager.de.